G-1000

G-1000

G-1000

In den 1960er Jahren war das Leben vollkommen hoffnungslos. Die Outdoor-Kleidung, die es gab, war nicht sehr gut. Wenn man in die freie Natur ging, musste man einfach das tragen, was man hatte. Für uns als Liebhaber von Outdoor-Aktivitäten war das ein wenig unpraktisch. Unsere Denim-Jeans nahmen jedes Wasser vollständig auf, mit dem sie in Berührung kamen. Unsere Ärmel und Hosenbeine fransten aus. Unsere Regenkleidung war ungefähr so atmungsaktiv, wie eine Plastikplane.

Ein Zelt wird zu Hose und Jacke
Åke Nordin hatte gerade Fjällräven gegründet und war der Ansicht, dass es im Bereich Outdoor-Kleidung noch viel zu tun gäbe. Ein paar Tage vor einer Wanderung warf er zufällig einen Blick auf eine Rolle Zeltstoff und hatte plötzlich eine Idee.

 - Ich dachte, dass ich mir meine eigene Jacke machen sollte, und ich dachte, dass dieser schwere Zeltstoff einfach die Lösung sein könnte, erklärt Åke.

Er legte im Wohnzimmer seine alte Jacke und Hose auf dem Zeltstoff aus und zog die Umrisse nach. Mithilfe der Schneiderschere seines Großvaters schnitt er die Teile aus, aus denen später durch die Singer-Nähmaschine seiner Mutter die erste Fjällräven-Hose und -Jacke werden sollte. In den schwedischen Bergen erwiesen sich die Eigenschaften des Gewebes als nahezu perfekt für Outdoor-Kleidung. Es absorbierte kaum Wasser und trocknete schnell. Und es war widerstandsfähig. Sehr widerstandsfähig!

Grönland Wachs

Trotzdem war Åke mit dem Material noch nicht zufrieden. Er fragte sich, ob er die Gewebeeigenschaften nicht noch weiter verbessern könnte. Also begann er, mit Ski- und Bienenwachs zu experimentieren und nach mehreren Mischversuchen war er dann zufrieden. Durch das Hinzufügen von Wachs zum Gewebe wurde seine Kleidung wasserabweisend, winddicht und sogar noch strapazierfähiger. Außerdem war es ein vollkommen natürliches Produkt.

Heute wird dieses Produkt Greenland Wax (Grönland-Wachs) genannt und die Ortsbezeichnung Grönland bzw. Greenland wird für einige berühmte Fjällräven-Produkte verwendet. Der Grund dafür ist die Grönland-Expedition von 1966.

Grönland-Expedition

Einige der vielen Leute, die von Åkes funktionalen und strapazierfähigen Produkten und Stoffen hörten, waren der Friluftsfrämjandet (Gesellschaft zur Förderung des Sports im Freien) und eine Gruppe von Gletscherforschern mit alpiner Erfahrung. Einer von ihnen war Hasse Hellström, einer der berühmtesten Grönland-Experten in Schweden und auch ein sehr erfahrener Bergsteiger. Gemeinsam planten sie 1966 eine Grönland-Expedition. Sie fragten Åke, ob er ihnen einige Zelte und Rucksäcke zur Verfügung stellen könnte. Überflüssig zu sagen, dass er dies natürlich tat.

Die Expedition wurde eine der erfolgreichsten schwedischen Unternehmungen in Grönland und die Produkte wurden als „überraschend gut“ bewertet. Die Expedition brachte nicht nur neue Kenntnisse über Gletscher, sondern gab uns auch Informationen über Outdoor-Kleidung unter anspruchsvollen Bedingungen.

Dieses Wissen führte zur Markteinführung der Greeenland-Jacke oder wie Åke sie im Produktkatalog 1968 nannte, “Die perfekte Jacke für Wanderer und Bergsteiger. Eingesetzt von Hasse Hellström, dem berühmten alpinen Bergsteiger und Grönland-Experten

Nach einigen wenigen Anpassungen des Zeltstoffs wurde das gewachste Gewebe G-1000 genannt. (G- steht für Grönland.) Bis heute hat es sich zu einem komfortablen, strapazierfähigen und funktionalen Material mit ungewöhnlich guter Atmungsaktivität entwickelt. Heute ist G-1000 ein Standard bei den meisten unserer Jacken und Hosen.

Langlebigkeit
Eine der beliebtesten Eigenschaften des G-1000-Gewebes ist seine Strapazierfähigkeit. Manchmal geraten wir allerdings an Kunden, die um einige Verbesserungen bitten. Gerade hatten wir eine Hose, die vor Kurzem an uns zurück geschickt wurde. Das ganze Personal versammelte sich um diese Hose, da es sich herausstellte, dass diese Hose 23 Jahre alt war. Die Knöpfe waren verschlissen, aber ganz. Der Stoff war unbeschädigt und hatte einen ansprechenden Glanz, wie er nur nach Jahren der Outdoor-Nutzung erreicht werden kann. Der Besitzer war unzufrieden, weil der Reißverschluss kaputt war. Natürlich dürfen solche Sachen nicht passieren und wir haben den Reißverschluss repariert.

Bügel es hinein
Das Einmalige an G-1000 ist, dass Du das Kleidungsstück an die aktuellen Witterungsbedingungen anpassen kannst. Wenn das Wetter richtig schlecht wird, bringe mithilfe eines Bügeleisens oder eines Föhns einfach mehr Greenland Wax in die exponierten Bereiche des Kleidungsstücks. Durch diesen Vorgang wird der G-1000 fast völlig wasser- und winddicht.

Wasche es heraus
Dagegen kannst Du bei wunderschönem Wetter das Wachs mit einer normalen Waschmaschine aus Deinem Kleidungsstück waschen. Dank seiner dünnen Wachsschicht hält G-1000 Dich kühl, ist komfortabel und bietet optimale Atmungsaktivität. Wir laden Dich ein, unsere G-1000-Produktpalette in Bekleidungsgeschäften zu prüfen. (Wir bitten Dich allerdings, Dein Bügeleisen zu Hause zu lassen).

Was passierte mit dem Rest des Zeltstoffs? Nun, wenig später stellte Åke das erste Thermozelt her. Aber das ist eine andere Geschichte.