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Ein recycelter Klassiker

​Geliebt von Generationen und seit Jahrzehnten im täglichen Einsatz, hat der Kånken mit seinem zeitlosen und von Beginn an unveränderten Design überall auf der Welt treue Fans gefunden. Jetzt kommt eine neue Version des Kånken auf den Markt. Geändert wurde nur ein kleines Detail, das allerdings einen großen Unterschied macht: Das Gewebe, aus dem der Re-Kånken ​ gefertigt wird, besteht zu 95 % aus recycelten Materialien und ist selbst recycelbar.

​Schon der Original Kånken ist ein nachhaltiges Produkt mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt. Dank seines simplen und kantigen Designs fällt beim Zuschnitt des Stoffes nämlich kaum Verschnitt an. Darüber hinaus ist der Kånken mit seinen robusten Materialien auch besonders langlebig und sein Design macht ihn absolut zeitlos. Als die Idee entstand, den nachhaltigsten Rucksack aller Zeiten zu entwickeln, mussten wir also neue Wege finden.

“Bei der Produktentwicklung haben wir jedes kleinste Detail nochmal neu durchdacht – bis auf das klassische Design, das ist geblieben. Die Herausforderung lag darin, ihn so nachhaltig wie möglich zu machen, ohne den Anspruch an Strapazierfähigkeit und Funktionalität aus den Augen zu verlieren,” erklärt Svante Björkroth, Product Developer bei Fjällräven und der Mann hinter dem Projekt.

Während der ursprüngliche Kånken aus drei verschiedenen Materialien bestand – einem für den Rucksack selbst, einem für die Innenaufteilung und einem für die Gurte –, wird der gesamte Re-Kånken aus einem einzigen Material gefertigt, das in unterschiedlichen Stärken verwebt wurde.

Das Material, über das wir hier reden, ist recyceltes Polyester. Aus insgesamt elf PET-Flaschen wird ein Re-Kånken produziert, und die Projektverantwortlichen haben großen Wert darauf gelegt, dass das recycelte Polyester tatsächlich von Flaschen stammt, die bereits benutzt wurden. Denn genau das ist die Idee hinter dem Recycling.

Es kostet seine Zeit, bei der Materialauswahl noch mal von vorne anzufangen. Der erste Schritt war, recyceltes Gewebe zu beschaffen, das unseren Anforderungen an die Strapazierfähigkeit entsprach. Es reicht nicht aus, die Strapazierfähigkeit nur im Labor zu testen. Der Rucksack muss hergestellt und in der Praxis getestet werden. Die Gurte müssen Zerren und Ziehen standhalten, der Rucksack muss der Reibung am Rücken gewachsen sein und er muss natürlich den harten Alltagseinsatz gut überstehen.

Verwendet man Polyester aus PET-Flaschen, kann das Gewebe schnell sehr plastikartig werden, und nicht so schön matt und fest wie der ursprüngliche Kånken-Stoff. Also haben Svante und seine Kollegen nach Möglichkeiten gesucht, dem Material eine angenehmere Haptik zu verleihen, was sie durch das Aufrauen der äußeren Recyclingfasern geschafft haben. Er entspricht ziemlich genau dem Original, mit Ausnahme von ein paar Kleinigkeiten.

“Der Re-Kånken sollte seine Wurzeln behalten und doch eine eigene Identität haben. So ist zwar das typische, runde Logo noch vorhanden, wird aber beim Re-Kånken aus demselben Garn aufgestickt, aus dem der ganze Rucksack besteht, und nicht als Logo-Badge aufgenäht,” erklärt Svante Björkroth.

Die Verwendung von recyceltem Polyester ist aber nicht alles, was der Re-Kånken im Bereich der Nachhaltigkeit zu bieten hat, denn bei der Produktion setzt Fjällräven auch auf eine neue, ressourcenschonende Färbetechnik. Beim konventionellen Färbeverfahren wird das Gewebe am Ende des Herstellungsprozesses in einem Stück gefärbt, also nach dem Spinnen und Weben. Die Stoffballen werden dann in ein Chemiebad getaucht, in Wasser ausgespült und in großen Öfen getrocknet. Der Vorgang erfordert große Mengen an Chemikalien, Wasser und Energie.

Als Svante und seine Kollegen nach umweltfreundlicheren Produktionsmethoden suchten, gefiel ihnen eine Technik ganz besonders: Das sogenannte SpinDye®-Verfahren. Hierbei werden die Farbpigmente zusammen mit dem recycelten Polyester eingeschmolzen und erst anschließend zu einem Garn gesponnen. So lassen sich enorme Mengen Chemikalien, Wasser und Energie einsparen. Neben den positiven Eigenschaften für die Umwelt hat dieses Verfahren noch weitere Vorteile. Während beim herkömmlichen Färben meist nur die Oberfläche des Stoffes die Farbe aufnimmt, ist der Faden beim SpinDye®​-Verfahren vollständig durchgefärbt. Das sorgt für eine hohe Farbechtheit und bewahrt die Fasern vor dem Ausbleichen.

SpinDye® ist allerdings teurer als herkömmliches Färben, da die Nachfrage hier noch nicht so groß ist. Außerdem benötigen die Produzenten auch große Bestellmengen für eine Farbe. Für Re-Kånken hat Fjällräven den Sprung gewagt.

Damit ein Produkt leicht recycelt werden kann, darf es nicht zu viele verschiedene Materialien enthalten. Der neue Re-Kånken besteht mit Ausnahme der Knöpfe, Reißverschlüsse und Plastikschnallen komplett aus einem einzigen Material: recyceltem Polyester. Und für das spätere Recycling des Rucksacks lassen sich alle Kleinteile leicht abmontierten. Wenn bloß der Recycling-Markt auch schon so weit fortgeschritten wäre und die erforderliche Infrastruktur für Textilrecycling geschaffen hätte, dann wäre der Re-Kånken schon heute vollständig recycelbar.

“Der Rucksack lässt sich recyceln, ist aber dennoch ein robustes und lang­lebiges Produkt, das einen sehr, sehr lange begleiten wird,” betont Svante Björkroth. Für ihn und seine Kollegen hat sich die Zeit, die sie in Re-Kånken investiert haben, mehr als gelohnt.

„Es gibt keine Anleitung dafür, wie man ein Produkt so nachhaltig wie möglich macht. Wäre es einfach, würden es schließlich alle machen. Wir mussten einen neuen Prozess entwickeln und selbst herausfinden, wie wir unser ambitioniertes Ziel erreichen können. Würden andere Unternehmen auf den Zug mit SpinDye® aufspringen, würde die Nachfrage nach dem Garn aus Recyclingkunststoff steigen, die Kosten würden sinken und es könnten mehr Produkte mithilfe dieser nachhaltigen Technologie hergestellt werden.“