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Feuermachen

Feuer bietet Wärme und Schutz

Zu wissen, wie man Feuer macht, gibt einem auf einer Wintertour ein sicheres Gefühl. Feuer spendet Wärme und Licht. Du kannst auf einem Feuer Wasser kochen und Essen wärmen, falls der Outdoor-Kocher aus irgendeinem Grund nicht benutzt werden kann. Außerdem kann man ein Feuer in Notsituationen sowohl tagsüber als auch nachts zur Signalgebung verwenden, um Hilfe herbeizuholen. Zu wissen, wie man Feuer macht, und die verschiedenen Techniken des Feuermachens zu beherrschen, kann in der Wildnis überlebenswichtig sein.

m zu brennen braucht ein Feuer Wärme, Brennstoff und Sauerstoff in bestimmten Mengen. Du musst das Feuer von Grund auf aufbauen. Hierzu musst du zuerst einen geeigneten Platz finden, der windgeschützt ist. Auch eine gute Sauerstoffzufuhr ist wichtig. Außerdem musst du alles Holz, das du für dein Feuer brauchst, gesammelt haben, bevor du das Feuer anzündest, denn wenn es einmal brennt, darfst du es nicht unbewacht lassen, und es ist besser, nicht in der Dunkelheit nach Holz suchen zu müssen.

Etwas zum Anzünden

Es gibt, wie bereits erwähnt, viele verschiedene Arten Feuer zu machen, und du solltest einige davon beherrschen. Meistens verwendet man zum Feuermachen Streichhölzer oder ein Feuerzeug. Ein Feuerstahl (auch Feuerschläger genannt) erfordert dagegen etwas mehr Übung. Denke daran, dass Streichhölzer trocken aufbewahrt werden müssen und mit Butangas gefüllte Feuerzeuge in kalter Umgebung an Leistung einbüßen können. Aus diesem Grund sind sie vielleicht nicht die beste Alternative für eine Wintertour. Hier ein Vorschlag für die Grundausstattung zum Feuermachen:

• Wasserdicht verpackte Streichhölzer (für zusätzlichen Wasserschutz kann man die Streichhölzer in Paraffin/Stearin tauchen oder sogar mit Nagellack bestreichen!)

• Ein Stück Wachspapier (oft dort zu finden, wo es Grillkohle zu kaufen gibt), Birkenrinde oder dergleichen

• Feuerstahl und Messer

Wachspapier ist leicht brennbar und wird verwendet, um Reisig, Birkenrinde und anderes Anzündmaterial, das du gesammelt hast, in Brand zu setzen. Hierfür eignet sich auch Wollgras oder Baumwolle. Auch ein Tampon kann im Survival-Kit nützlich sein: Die komprimierten Fasern können in kleinen Mengen abgeschält werden und als Anzündmaterial für viele Feuer dienen.

Feuermachen – eine Checkliste

Hier ein Vorschlag, wie du beim Feuermachen vorgehen kannst:

1. Sammle Holz in ausreichenden Mengen. Das Holz muss für die gesamte gewünschte Brenndauer reichen.

2. Wähle einen Platz, wo nicht die Gefahr besteht, dass das Feuer sich ausbreitet oder Boden und Vegetation schädigt. Auf schneefreiem Boden sind Kies und Sand die beste Unterlage.

3. Baue eine Feuerstelle, einen Ring mit Steinen oder eine Grube. Im Schnee musst du eventuell ein wenig graben oder Stöcke und dickere Zweige als Unterlage verwenden, damit das Feuer nicht in den Schnee einsinkt.

4. Wenn du Zeit hast: Baue einen Reflektor. Stecke auf beiden Seiten der Feuerstelle je zwei vertikale Pfosten in den Boden und staple das Holz zwischen diesen auf, wie man das von alten Flechtzäunen her kennt. Der Reflektor wirft die Wärme zurück und fungiert auch als Trockengestell für feuchtes Holz.

5. Zünde das Feuer an! Wenn das Anzündmaterial, meist Reisig, brennt, steigerst du langsam die Stärke der Zweige und Äste und legst zuletzt gehacktes Holz auf das Feuer. Achte auf Zwischenräume, damit das Feuer Luft bekommt.

6. Überwache das Feuer, damit es sich nicht ausbreitet oder vorzeitig verglimmt.

7. Wenn du fertig bist: Vergiss nicht, das Feuer zu löschen (mehr dazu weiter unten).

Ein paar Tipps

Verschiedene Holzarten brennen unterschiedlich gut, doch draußen in der Wildnis hat man meist keine Wahlmöglichkeit. Den besten Brennstoff findet man jedenfalls am Boden in Form von Zweigen und trockenen Ästen und unter Fichten liegt oft trockenes Reisig, das sich selbst bei nassem Wetter ausgezeichnet als Brennmaterial eignet. Kienspan (harzreiches Holz verrotteter Bäume) brennt gut. Man findet ihn normalerweise in der Nähe von Trockenkiefern am Rand von Moorgebieten (stehende Stümpfe darfst du dagegen nicht nehmen: Sie dienen oft Vögeln, Insekten und anderen Tieren als Unterschlupf). Frisches Holz enthält viel Feuchtigkeit, doch gefrorenes Birken- oder Erlenholz kann als Brennholz verwendet werden, wenn du bereits ein gut brennendes Feuer mit viel Wärme von unten hast.

Denk bitte daran, dass das Jedermannsrecht nicht erlaubt, Holz von lebenden Büschen oder Bäumen zu brechen oder lebende Büsche und Bäume zu fällen, und es ist auch nicht erlaubt, die Rinde von wachsenden Birken abzuschälen. Du musst dich außerdem darüber informieren, welche Bestimmungen für das Feuermachen in dem betreffenden Gebiet gelten. Vor allem in Nationalparks und Naturreservaten gelten Beschränkungen. Feuermachen kann gänzlich untersagt oder nur an bestimmten hergerichteten Feuerplätzen erlaubt sein. In Notsituationen, wenn jemand in Lebensgefahr schwebt, ist es dagegen auch in Naturschutzgebieten erlaubt, Feuer zu machen.

Feuer löschen nicht vergessen

Du musst das Feuer sorgfältig löschen und die Feuerstelle genau kontrollieren, um zu verhindern, dass das Feuer wieder aufflammt, wenn du den Ort verlassen hast. Ein Wurzelbrand kann ein Stück unter die Erde reichen. Das Risiko einer erneuten Entzündung ist in diesem Fall hoch. Aus diesem Grund ist Torfboden, Moos oder erdbedeckter Waldboden als Unterlage für dein Feuer weniger gut geeignet, denn das Feuer kann dort noch lange schwelen.

Zum Löschen des Feuers schüttest du Wasser oder Schnee darüber und wenn der Schnee schmilzt, gibst du mehrmals neuen Schnee darauf. Bedecke die Feuerstelle zum Schluss mit einer weiteren Schicht Schnee. Wenn du Steine um die Feuerstelle gelegt hast, solltest du sie entfernen, da die Wärmekonzentration bewirken kann, dass das Feuer erneut aufflammt.

Übe das Feuermachen oft

Feuermachen ist eine Fertigkeit, die man sich - wie viele andere Fertigkeiten, die man im Outdoor-Leben braucht - nicht einfach anlesen kann. Man muss es üben und verschiedene Vorgehensweisen ausprobieren, damit man sein Wissen anwenden kann, wenn man es braucht. Übe das Feuermachen, wenn du mit Freunden und Familienangehörigen zum Pilzesammeln, Beerenpflücken oder Angeln draußen bist oder Radtouren unternimmst.

PS: Wichtiger Hinweis zu Feuer und Unterkühlung!
Versuche nie, eine stark unterkühlte Person in der Nähe eines Feuers aufzuwärmen. Mit unterkühlten Personen muss man sehr vorsichtig umgehen und die Aufwärmung muss langsam erfolgen. Dagegen kann ein Feuer Personen, die ihre Verstärkungskleidung und dergleichen einer unterkühlten Person überlassen haben, als Wärmequelle dienen.