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Leder, von Hand verarbeitet, nach alter schwedischer Tradition

Dank ihres soliden Leder- und Jagdwissens sind Annette Ripheden und ihre Kollegen bei Ribes Läder die ideale Bezugsquelle für Fjällrävens Jagdzubehör aus Leder. In einer ehemaligen Scheune auf der südschwedischen Ostsee-Insel Öland stellt das Unternehmen in liebevoller Handarbeit pflanzlich gegerbtes Leder von höchster Qualität her.

Auf den wiesen um den Hof herum blöken die Schafe, werden aber schlagartig still, als der Hund Nisse beim Öffnen der Tür zu bellen beginnt. In der Luft liegt der typische Geruch von Leder, und aus dem hinteren Teil der Werkstatt erschallt das dumpfe Geräusch der Stanzmaschine. Annette Ripheden weist den Hund an, ruhig zu sein und verlässt ihren Arbeitsplatz, um mich zu begrüßen. Ihr Handschlag ist fest und sie spricht mit breitem småländischem Dialekt: 

"Man sieht es dem kleinen Terrier nicht an, aber für seine 2 Jahre ist er ein toller Jagdhund. Seinem Jagdtrieb sind schon einige Füchse und Dachse zum Opfer gefallen. Er ist ein Meister im Aufgraben von Dachs- und Fuchsbauten im öländischen Sand“, so die stolze Hundebesitzerin und begeisterte Jägerin. 

Wir gehen durch die Werkstatt, in der fertige Produkte an den Wänden hängen, Halbfertiges für den nächsten Schritt der Fertigungskette auf Tischen ausgelegt ist und große Häute darauf warten, bearbeitet zu werden. Die ehemalige Scheune ist mit Werkzeugen und Maschinen gefüllt.  

Annette ist mit Leder aufgewachsen. 

Schon als Dreijährige flocht sie in der elterlichen Werkstatt ihre ersten Lederbänder. Ihr Vater Bengt arbeitete ursprünglich im berühmten småländischen Glasreich, zog aber 1977 mitsamt seiner Frau Ulla-Britt und seinem Lederunternehmen auf die Insel Öland. Als er 2008 in den Ruhestand ging, übernahm Annette den Betrieb. Auf diese Weise konnten Tradition und Wissen weitergegeben werden, auch wenn der Betrieb heute an einem anderen Ort liegt, nämlich auf dem Hof in Tävelsrum.

"Ich wollte nicht, dass Mamas und Papas gesammelter Wissensschatz verloren geht, und ich hatte ohnehin eine Vorliebe fürs Handwerk und für Leder als Material“, erklärt Annette, die heute für die komplette Produktion und die beiden Mitarbeiter verantwortlich ist. 

Ihre Liebe zu Leder liegt zu großen Teilen in der Jagd begründet. Sowohl Annette als auch ihr Mann Anders sind begeisterte Jäger, und in dem kleinen Hoflädchen werden wunderschöne Brieftaschen, Gürtel, Schürzen, Munitionstaschen und Gewehrgurte angeboten. Alle Produkte sind strapazierfähig und bestens für den jahrelangen Einsatz in Alltag und Freizeit geeignet. Die karge Landschaft Ölands stellt hohe Anforderungen an den Jäger und seine Ausrüstung. 

"Hier ist es das ganze Jahr über windig, das öländische Klima ist recht rau“, meint die Schwedin, die sich nicht davor scheut, auch die Nachteile ihrer Heimat zu nennen. 

Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass Leder diesen widrigen Bedingungen standhalten kann. Gürtel und Taschen müssen jahraus, jahrein ihren Dienst verrichten, ganz gleich, ob es stürmt oder schneit, ob die Sonne scheint oder ob es regnet. Annette weiß genau, wie sich das Wetter auf ihre Produkte auswirkt, und diese Erfahrung fließt in die Fertigung aller Teile ein. 

"Leder ist ein lebendiges Material, das man „lesen“ können muss, um gute Produkte daraus fertigen zu können. Man muss auf die Maserung des Leders achten. Tut man dies nicht, nimmt das Leder nicht die geplante Form an. Bei meinem Handwerk kommt es ganz auf das Gefühl für das Rohmaterial an, anders kann ich es nicht beschreiben.“ 

In der Lederwerkstatt ist ihr Fingerspitzengefühl überall zu spüren. Auch wenn hier mit Werkzeugen und Maschinen gearbeitet wird, so steht doch immer ein Mensch hinter jedem Arbeitsschritt. Die Stanzmaschine stanzt eine Form nach der anderen aus den großen Häuten aus. 

Haben die Teile die nachfolgende Qualitätskontrolle passiert, werden sie von geschickten Händen zugeschnitten, verklebt und zusammengesetzt. Danach geht es an der Nähmaschine weiter, wo dieselben Hände die einzelnen Teile zusammennähen, die Kanten abschrägen und die Falze abschleifen. Mit der Flamme einer Kerze werden die Fadenenden abgesengt, Text und das Fjällräven-Logo werden eingebrannt und die Kanten versiegelt. Die Arbeit wird in allen Schritten visuell und von Hand geprüft. 

Auch wenn die in der Geschäftsauslage aufgereihten Taschen auf den ersten Blick alle identisch aussehen, lassen sich bei näherem Hinsehen doch kleine, aber feine Unterschiede entdecken. Jedes Teil ist ein Unikat. 

"Jede Kuhhaut weist kleine Narben und Schrammen auf, die entstanden sind, als das Tier sich auf der Weide an etwas Spitzem eine Wunde zuzog, die dann anschließend verheilte.  Jedes Stück Leder hat eine eigene Geschichte zu erzählen, dies macht die Individualität des Produkts aus.“ 

Der individuelle Charakter wird durch das Benutzen des fertigen Produkts weiter verstärkt. Jeder Kratzer, jedes Fleckchen hat seine eigene Geschichte, und je länger eine Munitionstasche, ein Gürtel oder ein Gewehrgurt benutzt wird, desto mehr Geschichten hat auch das Produkt zu erzählen. Auf diese Weise erfüllen die Produkte nicht nur eine rein praktische Funktion, sie werden auch zu einer Erinnerungsquelle für den Jäger. Sie werden zu treuen Freunden mit Ecken und Kanten, zu praktischen Begleitern, die in Würde altern.