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Auf der Jagd nach dem Rehbraten

Viele Jäger jagen, weil sie das Erlebnis und die Nähe zur Natur locken. Viele schätzen aber auch die kulinarischen Genüsse, die mit der Jagd verbunden sind. Somit ist die Jagd ein Hobby, bei dem man in der freien Natur einen sinnvollen Ausgleich vom Alltag findet und zudem ein hochwertiges Lebensmittel mit nach Hause bringt.

Das lagerfeuer wirft lange Schatten auf die Holzwand des Windschutzes. Es ist noch früh am Morgen und wir bekommen heißen Kaffee eingeschenkt.

"Heute Nacht hat es leicht geregnet, aber laut Vorhersage können wir mit einem schönen Tag rechnen. Die Gegend ist wildreich, wir haben wachsende Bestände an Wildschweinen und Damhirschen, aber der heutige Tag gilt der Rehjagd. Den einen oder anderen Fuchs oder Hasen sollten wir aber auch vor die Flinte bekommen können. Und wenn genug Zeit bleibt, gehen wir heute Nachmittag an einem See auf die Wildentenjagd“, informiert uns der Jagdführer über den geplanten Tagesablauf.

Wir befinden uns im schwedischen Sörmland, in einem Jagdrevier mit sanften Hügeln, weitläufigen Wäldern und frisch gepflügten Feldern. Für die Niederwildjagd mit Stöberhunden sind wir hierher gekommen. Die frische Herbstluft beflügelt unsere Hoffnung auf eine reiche Beute; der Oktober ist zweifelsohne ein wunderschöner Monat. Einer der Hundeführer hat seinen Hund, einen Deutschen Wachtelhund, von der Leine gelassen.  Das Stöbern kann beginnen. 

Die Jagd mit Stöberhunden bürgt für spannende Erlebnisse. Während der Jagd ist der Hund zwischen 5 Minuten und einer Stunde selbständig unterwegs. Es ist wichtig, den Hund nicht zu stressen, sondern ihn die Umgebung in Ruhe erkunden zu lassen – abwechselnd langsam und in schnellem Tempo. Plötzlich knackt es hinter mir im Gebüsch und Wild kommt an meinem Ansitz vorbei. 

Es wurde nicht von einem Hund aufgestöbert, allenfalls von einem Jäger aufgescheucht, denn es kommt aus der falschen Richtung. Ich bin ganz auf ein Reh eingestellt, stelle dann aber fest, dass es sich um einen Damhirschen handelt. Ich senke die Flinte wieder ab, denn heute stehen nur Rehe auf dem Programm. 

Auf der anderen Seite des Waldes höre ich den Hund und kurz darauf einen Schuss. Er stammt von einer Schützin, die ein Schmalreh an einem  Wildwechsel erlegt hat.

"Ich habe meine Flinte entsichert. Es ging nicht so schnell, und es erschien mir am sichersten, im Schwung abzudrücken. Was für ein Gefühl! Ein Treffer, der mir zudem Rehbraten beschert“, jubelt die Jungjägerin. 

Wir haben Glück mit dem Wetter, die Sonne scheint sanft durch die Baumkronen. Uns wird nicht kalt, denn die Treibjagd ist dynamisch, immer passiert etwas Neues. Die Hunde bringen gute Leistung, sodass wir am Vormittag neben dem Schmalreh auch noch einen kleinen Rehbock mit nach Hause bringen. 

Alle berichten von ihren Wildbeobachtungen; mehrere von uns haben sowohl Damhirsche als auch Füchse erspähen können. Nach dem Mittagessen begeben wir uns zu dem Wildgewässer, von dem der Jagdführer morgens erzählt hatte. Einige neue Hundeführer stoßen mit ihren Hunden zu uns. 

Auch der Nachmittag bietet spannende Jagderlebnisse. Die Wildenten stoben auseinander und fordern unsere Schießfähigkeiten heraus. Die geschossenen Enten werden von den fleißigen Hunden apportiert. 

Nicht ohne Grund genießt die Entenjagd im Herbst große Beliebtheit.