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Jagdabenteuer in Värmland

Begegnung mit dem König des Waldes

Da der Elch Schwedens größte Wildart ist, stellt die Elchjagd für viele schwedische Jäger den absoluten Höhepunkt des Jahres dar.  Sie ist geprägt von einer Vielzahl an Traditionen und einer generationsübergreifenden Gemeinschaft.  Zur Elchjagd gehören das Ansitzen, die Pirsch über weite Strecken und die plötzliche Begegnung mit einem imposanten Säugetier.

Die region värmland bietet ständig wechselnde Landschaftsbilder, von dichten Nadelwäldern über klare Seen und große Weiten bis hin zu  sprudelnden Bächen. In der kühlen Morgenluft kann man die freudige Anspannung der Jäger buchstäblich fühlen. Jetzt erlebt der natur- und hundeinteressierte Jäger die Glücksstunden des Jahres. Die Jagdgemeinschaft ist bestens auf den Höhepunkt des Jahres vorbereitet. Alt und Jung, Verwandte und Freunde – alle ziehen gemeinsam los. Und natürlich dürfen auch die Elchhunde nicht fehlen. Der Jagdführer ruft seine Truppe bestehend aus Schützen und Hundeführern zusammen und erläutert die Sicherheitsvorschriften und Abschussregelungen.

"Uns stehen zwei Elchhirsche zu und es herrscht freier Kalbabschuss. Wir schießen nur in die zulässige Richtung und tragen ein Signalband oder Ähnliches. In der ersten Jagdzone wurden in letzter Zeit mehrere Elche gesichtet.“

Danach kann es endlich losgehen. Über das Funkgerät halten wir uns informiert. Einer der Hundeführer findet den Schlafplatz eines Elches, aber auch frische Spuren und Losung. 

Bei der Fortbewegung im Gelände wählen Elche Wege, die Schutz bieten. Die Elchjagd ist genauso komplex und aufwändig wie alle anderen Jagdformen, es braucht Hunde, Ausrüstung und eine durchdachte Planung. In den Tiefen der värmländischen Wälder sind List und Geschicklichkeit die wichtigsten Fertigkeiten, um einen Elch erlegen zu können. Manchmal dreht sich der Wind, Vorausschau und Flexibilität sind daher gefragt. Die Kleidung darf nicht rascheln und die Farben müssen sich harmonisch in die Umgebung einfügen. 

Wir ziehen durch weitläufige Waldgebiete und manche Schützen müssen weite Strecken durch hügeliges Gelände zurücklegen. Ich begleite einen Jungjäger und agiere als Mentor. Ein Stück weiter sehen wir einen Salzstein, und um den Hochstand herum fliegen Singvögel. Endlich hören wir das rhythmische Bellen eines Elchhundes, und über das Funkgerät teilt der Hundeführer mit:

"Nutzt die Chance hinter dem Schlag, dort wurden mehrere Elche mobil gemacht.“

Klamme Finger und steife Gelenke werden in kürzester Zeit warm und beweglich. Ein Elch läuft direkt auf unseren Hochstand zu, mein „Zögling“ entsichert das Jagdgewehr, Sekunden später bricht der Schuss und der Jungjäger hat seinen ersten Elch gestreckt. Die Freude ist groß – nicht nur beim Schützen, sondern bei der gesamten Waidgemeinschaft, deren Zusammenarbeit die Voraussetzung für jeden gelungenen Schuss ist. 

Denn bei der Elchjagd dreht sich alles um das Zusammenspiel aller Beteiligten, einschließlich der gut ausgebildeten Hunde. Und um das Erlebnis in der freien Natur. Beim späteren Beisammensein am Lagerfeuer darf sich der Schütze einen kleinen Fichtenast an den Hut stecken. 

Zum ersten Mal hat er einen Elch geschossen, und seine Freude darüber ist nicht zu übersehen. Jetzt gilt es nur noch, die Ärmel hochzukrempeln, und das große Tier waidgerecht zu verarbeiten.