Produktsuche:

article

Materialkunde

Wähle Funktionsmaterial

Outdoor-Kleidung kann aus unterschiedlichen Materialien oder Materialkombinationen hergestellt sein, die in unterschiedlichen Techniken gewebt oder gestrickt sind. Alle Materialien und Kombinationen haben spezifische Eigenschaften. Wenn man Winterkleidung wählt, sollte man Kenntnisse über die unterschiedlichen Fasern sowie ihre Vor- und Nachteile unter unterschiedlichen Umgebungsbedingungen haben.

Wolle

Wolle ist ein natürliches Material, das viele Eigenschaften hat, die im Winter nützlich sind. Die krause, hohle Struktur der Fasern bindet große Mengen Luft, die isolieren. Wolle nimmt Feuchtigkeit auf und transportiert sie durch das Material ins Faserinnere. Dadurch fühlt sich die Wolle am Körper trocken an und wärmt auch, wenn sie feucht ist. Ein weiterer Vorteil von Wolle ist, dass sie nicht so stark riecht wie Synthetik. Wolle eignet sich sehr gut als Material für Strümpfe, Unterwäsche und die Zwischenschicht.

Ein Nachteil von Wolle ist, dass größere Wollfasern als kratzig empfunden werden können. Für Unterwäsche wird deshalb oft eine weichere Wollqualität verwendet, die von Merinoschafen stammt. (Empfindliche Personen können selbst mit den feineren Wollqualitäten Probleme bekommen. Deshalb sollte man ausprobieren, ob man Wolle direkt am Körper verträgt. Alternativen zu Merinowolle sind Seide und Synthetik.)

Synthetikfasern

Synthetikfasern werden in einem chemischen Verfahren hergestellt. Als Rohstoff dient meist Erdöl. Beispiele für Synthetikmaterialen sind Polyester, Polyamid und Polypropylen. Je nach Verarbeitung der Fasern haben sie unterschiedliche Eigenschaften. Im Allgemeinen gilt jedoch, dass Synthetikfasern Feuchtigkeit gut ableiten und dass sie strapazierfähig und haltbar sind. Deshalb mischt man bei Textilien, wie zum Beispiel Baumwollunterwäsche, oft Synthetik unter das Naturmaterial.

Synthetikmaterial wird für alle Kleidungsschichten, von der Unterwäsche bis zur Oberbekleidung, verwendet. Synthetikunterwäsche eignet sich bei körperlicher Betätigung und wenn man schnell und viel schwitzt. Auch eine Zwischenschicht aus Synthetik, wie beispielsweise ein Fleecepulli, leitet Feuchtigkeit ab und trocknet schnell. In der krausen Struktur sammelt sich Luft, die isolierend wirkt. Ein Nachteil von Synthetikmaterial ist, dass es schnell anfängt, unangenehm zu riechen, und zum Teil seine Funktion einbüßt, wenn es nicht häufig gewaschen wird. Synthetikkleidung sollte in der Nähe von Feuer oder anderen Wärmequellen mit Vorsicht getragen werden. Das Material ist leicht entflammbar und schmilzt bereits bei relativ niedrigen Temperaturen (Polypropylen beginnt z. B. schon bei 90 - 100 °C sich zu verformen).

Baumwolle

Baumwolle ist ein Naturmaterial und das meistverwendete Material für Kleidung. Doch Baumwolle bindet Feuchtigkeit, trocknet langsam und trägt zu Unterkühlung bei. Sie ist daher kein gutes Funktionsmaterial für den Winter, zumindest nicht als körpernahe Kleidungsschicht wie Unterwäsche, Strümpfe und die Zwischenschicht. Dagegen kann Oberbekleidung, wie beispielsweise ein Anorak, aus dicht gewebter Baumwolle bei strenger Kälte funktionell sein. Hier trägt die Porosität des Materials zur Ableitung der Körperfeuchtigkeit bei. Als Faustregel gilt: ”Je weiter weg vom Körper, desto besser funktioniert Baumwolle in kaltem, trockenem Winterklima.”