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Navigation

Lies die Landschaft und plane deinen Weg

Auch auf kürzeren Touren auf markierten Wegen sollten Karte und Kompass immer Bestandteil der Ausrüstung sein. Besonders im Gebirge kann das Wetter schnell umschlagen und man kann von Kälte, scharfen Winden und starken Niederschlägen überrascht werden. Bei Unwetter verschlechtert sich die Sicht und Karte und Kompass werden unentbehrlich. Ein GPS-Gerät ist natürlich ein ausgezeichnetes Hilfsmittel, doch im Hinblick auf die begrenzte Betriebszeit der Batterien bei Kälte ist es klug, sich nicht nur auf die Elektronik zu verlassen.

Bei klarem Wetter und guter Sicht kannst du die Route viele Kilometer im Voraus planen. Wähle die leichteste und energiesparendste Route von Punkt A nach Punkt B, plane Teilziele und kontrolliere regelmäßig auf der Karte, wo du dich befindest, um auf mögliche Wetteränderungen vorbereitet zu sein. Denk daran, den Blick von der Karte zu heben und die Landschaft um dich herum zu lesen. Schau dabei auch nach hinten.

Wichtig ist bei der Orientierung, dass man deutliche Landmarken findet und auf der Karte ortet. Das kann eine Anhöhe, ein Gewässer, ein Fernsehmast, eine Stromleitung oder Ähnliches sein. Diese können als Richtpunkte genutzt werden, während man sich vorwärts bewegt. Sich nur an den Kompasskurs zu halten, ist schwieriger als viele glauben. Bei großen Entfernungen kann es zu großen Abweichungen kommen. Es empfiehlt sich, auffällige Richtpunkte zu wählen, wie einen großen Stein oder einen auffälligen Baum, die man anvisiert und auf die man zugeht. Am ersten Richtpunkt angekommen, schlägt man wieder den Kompasskurs ein und wählt einen neuen Richtpunkt. Dadurch muss man den Kompass nicht ständig im Blick haben.

Bei schlechtem Wetter oder in schwierigem Gelände, wie beispielsweise dichtem Wald, musst du dich dagegen voll und ganz auf den Kompass verlassen. Das erfordert Wissen und Erfahrung und man muss die Richtmarken sorgfältig wählen, damit man eine gerade Strecke zurücklegt. Man kann eine Person mit einer Sicherheitsleine als Sichtmarke vorausgehen lassen und so steuern, dass sie einen Kurs hält, welcher der Kompassrichtung entspricht. Bei sehr schlechter Sicht kann es erforderlich sein, die Entfernung herauszufinden, indem man die Skischritte oder die Stockeinsätze zählt. (Dazu musst du natürlich vorher ausgerechnet haben, wie viele Schritte/Stockeinsätze du für hundert Meter benötigst.) Letzteres sollte man auch bei Verwendung eines GPS-Geräts tun. Bei schlechter Sicht ist es besonders wichtig, die Route so zu wählen, dass man gefährliche Hindernisse wie Schluchten, Steilhänge oder Spalten umgeht. Das Vorankommen wird natürlich erleichtert, wenn du Richtmarken wie markierten Winterwegen, Waldpartien, Berghängen, Stromleitungen und Ähnlichem folgst.

So gehst du vor: Karte und Kompass

1. Halte die Karte so, dass der obere Rand nach Norden zeigt. 

2. Leg den Linealkompass mit der Kante zwischen deinen Standort und das Ziel, wobei der Kurspfeil des Kompasses in Richtung des Ziels zeigt.

3. Dreh die Kompassdose so, dass der Nordpfeil auf Karten-Norden zeigt und mit den Nord-Süd-Meridianen der Karte (Gradnetz) übereinstimmt.

4. Dreh den Kompass so, dass die rote Nordspitze der Kompassnadel mit dem Nordpfeil der Kompassdose in einer Linie liegt.

5. Nun zeigt der Kurspfeil des Kompasses auf das Ziel.

Am besten übst du das Navigieren mit Karte und Kompass bei gutem und schlechtem Wetter und in unterschiedlichen Geländetypen, damit du einschätzen kannst, wie schnell du mit und ohne Gepäck in dem jeweiligen Gelände vorankommst. Es ist auch empfehlenswert, sich seine Schrittlänge zu merken und auszurechnen, wie viele Schritte/Stockeinsätze man braucht, um hundert Meter zurückzulegen. Denk daran, dass es ein großer Unterschied ist, ob du dich in ebenem Gelände fortbewegst oder einen Berghang hinaufgehst.

Hast du das gewusst? Winterwege im schwedischen Gebirge sind mit Pfählen markiert, die am oberen Ende ein Kreuz haben. Die Kreuze sind oft rot gestrichen. Sie sind in einem Abstand von rund 40 Metern aufgestellt, damit man dem Weg auch bei schlechter Sicht folgen kann. Pfosten mit zwei Kreuzen zeigen an, dass der Weg die Richtung ändert.