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Unterkühlung (Hypothermie)

Von Unterkühlung (Hypothermie) spricht man, wenn der Körper die normale Körpertemperatur nicht mehr halten kann. Zu diesem Zustand kann es kommen, wenn man bei kaltem Wetter nass ist, starkem Wind ausgesetzt wird oder beispielsweise aufgrund einer Verletzung längere Zeit still sitzen oder liegen muss. Unterkühlung führt zum allmählichen Verlust der mentalen und körperlichen Fähigkeiten, was bei winterlichen Outdoor-Touren verheerende Folgen haben kann.

Die normale Kerntemperatur des Körpers liegt im Ruhezustand bei ca. 37,5 °C. Bereits bei Werten unter 35 °C beginnt der Körper zu zittern und die Muskeln lassen sich nicht mehr willentlich steuern. Die Fähigkeit rational zu denken und die Konzentrationsfähigkeit werden beeinträchtigt. Bei fortschreitender Unterkühlung lässt das Zittern nach, um schließlich ganz aufzuhören. Nun fällt man in einen apathischen Zustand, in dem man sich nicht mehr selbst zu helfen vermag. Man ist nicht in der Lage, klar zu denken oder Fragen zu beantworten.

Gruppen, die im Winter in der Natur unterwegs sind, sollten sich gegenseitig aufmerksam beobachten.  Erste Anzeichen für Unterkühlung sind starkes Zittern, eine verschlechterte Motorik, ein beeinträchtigtes Urteilsvermögen und Apathie. Zeigt eine Person der Gruppe diese Symptome, ist wie folgt zu handeln:

• Bring die unterkühlte Person an einen Ort, an dem sie vor Wind und Nässe geschützt ist.

• Zieh der Person trockene Kleidung an oder zieh ihr eine zusätzliche isolierenden Kleidungschicht über.

• Wenn sie noch selbst trinken kann, gibt ihr ein gesüßtes Warmgetränk. Denke aber daran, die Temperatur des Getränks zuvor zu prüfen, damit sie sich nicht verbrennt. Verbrennungen werden von erschöpften Personen unter Umständen nicht bemerkt.

• Wenn die Person „nur“ friert: Animiere sie dazu, sich zu bewegen. Manchmal muss man der Person etwas nachhelfen. Falls nötig, muss man sogar etwas grob werden.

Wenn die Körpertemperatur unter 30 °C absinkt, spricht man von einer schweren Unterkühlung. Die Person wird bewusstlos; Atmung und Puls lassen sich ggf. nur noch schwer feststellen.  In einer solchen Situation ist unbedingt professionelle medizinische Hilfe vonnöten. In der Wartezeit muss sehr vorsichtig mit der Person umgegangen werden. Packe sie zum Beispiel in einen Schlafsack, nach Möglichkeit mit einer Wärmflasche. Im Extremfall sollte man in den Schlafsack dazu kriechen, um die Person mit der eigenen Körperwärme zu wärmen.  Auf gar keinen Fall darf man die unterkühlte Person vor eine starke Wärmequelle wie ein Kamin- oder Lagerfeuer setzen. Die inneren Organe würden dadurch lebensbedrohlichen Belastungen ausgesetzt werden.

Das Wichtigste bei Outdoor-Touren im Winter: Seid euch immer bewusst, dass jeder für den anderen verantwortlich ist. Beugt einer Unterkühlung vor, indem ihr euch gegenseitig beobachtet und darauf achtet, dass alle ausreichend essen und trinken und an die Umstände angepasst gekleidet sind.