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Projekt Nachhaltigkeit

Der grundlegende Gedanke hinter der technischen Keb-Linie für alpines Trekking in anspruchsvollem Gelände ist es, ein Bekleidungssystem anzubieten, bei dem alle Teile ideal zusammenpassen und aufeinander aufbauen. Der nächste logische Schritt war es also auch wasserdichte Hardshells zu entwerfen, die das bestehende Sortiment der Jacken und Hosen aus G-1000 und Stretch sinnvoll ergänzen.

Natürlich durften das keine x-beliebigen Hardshells sein:

„Wir wollten die funktionellste wasserdichte Hardshell-Serie aller Zeiten entwickeln, ohne auch nur kleinste Kompromisse bei der Nachhaltigkeit einzugehen“, erklärt Henrik Andersson. „Unsere Produkte sollen die Umwelt, also Flora und Fauna, nicht unnötig belasten. Absolute Funktionalität und minimale Umweltbelastung haben die gleiche Priorität. Erst wenn beides erfüllt ist, sind wir mit einem Produkt zufrieden.“

Mit dieser Vorgabe begann man die intensive Entwicklungsarbeit. 

Das eigentliche Herzstück der neuen Modelle ist natürlich das Material: Eco-Shell. Ein neuentwickeltes Membranlaminat setzt neue Maßstäbe in Sachen Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität und ist gleichzeitig elastisch verwebt, was für eine völlig neuartige Flexibilität der Kleidungsstücke bürgt. Dabei kommt für das Material der 3-Lagen Hardshells größtenteils recyceltes Polyester zum Einsatz. Das Design der Produkte ist so gewählt, dass alle Teile auch leicht wiederverwertbar sind und in den Produktionszyklus rückgeführt werden können. Sämtliche Emissionen, die bei der Produktion und dem Transport der Hardshell-Produkte entstehen sind klimakompensiert und bei der Imprägnierung wurde bewusst auf den Einsatz von Fluorcarbonen verzichtet.

Warum verzichtet Fjällräven auf eine fluorcarbon-haltige Imprägnierung?

„Fluorcarbone sind schädlich für die Umwelt. Sie lagern sich in Organismen an und verbleiben extrem lange im Grundwasser und in der Natur“, so Henrik Andersson. „Die Fluorchemie ist äußerst komplex und die meisten Varianten dieser Substanzen sind zwar noch zugelassen, ihr Einsatz wird aber vor allem unter dem Umweltaspekt sehr kritisch gesehen. Deshalb warten wir nicht erst bis es ein gesetzliches Verbot gibt sondern haben frühzeitig mit der Entwicklung eigener, fluorcarbonfreier Imprägnierungen begonnen und setzen diese nun bei unseren Hardshell-Produkten ein.“

Welche Kompromisse geht man ein, wenn man eine fluorcarbonfreie Imprägnierung verwendet?

„Rein von der Funktion her gibt es keine wesentlichen Kompromisse, die unserer Meinung nach den Einsatz solch umweltschädlicher Substanzen rechtfertigen. Die Wasserdichtigkeit wird durch die Membran gewährleistet, und die Imprägnierung hat zur Aufgabe, die Kleidungsoberfläche so trocken wie möglich zu halten. Wir haben eine Imprägnierung entwickelt, die auch ohne Einsatz von Fluorcarbonen wasserabweisend ist. Im Vergleich zu herkömmlichen Imprägnierungen ist sie zwar etwas weniger abweisend gegenüber Fett und Schmutz und muss unter Umständen in etwas kürzerern Abständen neu aufgetragen werden, allerdings hat sie eben einen ganz klaren Vorteil: Sie ist umweltfreundlich.”

Die von Henrik und Peter getestete Jacke ist einer von zehn Prototypen, die in ausgiebigen Feldversuchen von Fjällrävens Testteam auf Herz und Nieren geprüft wurden. Das Team wird vom Produktspezialisten Johan Skullman geleitet und besteht aus Bergführern, Hundeschlittenführern und anderen Profis, die den ganzen Tag draußen sind und die Eco-Shell-Kleidungsstücke beim Trekking und Skitourengehen, auf Langlauftouren sowie bei den verschiedensten Alltagsaktivitäten im Freien testeten.

Die Modelle waren oben auf dem Kebnekaise (klar, der Berg ist ja Namensgeber der Kollektion), kämpften sich durch Schneesturm und Gegenwind im lappländischen Fjäll, kletterten im strömenden Regen, widerstanden Tiefsttemperaturen auf Spitzbergen und Tiefschnee in Japan. Aber natürlich wurden sie auch auf den eigenen Touren der Entwicklungsabteilung getragen, ob im Fjäll oder im heimischen Wald.

„Um zu verstehen, wie ein Kleidungsstück in der Praxis funktioniert, unter Beachtung aller Aspekte von Material und Schnitt bis hin zur Anordnung der Taschen, muss man es draußen in der Natur tragen – sowohl in extremen Umgebungen als auch bei Alltagsaktivitäten“, meint Henrik Andersson. „Hinzu kommen natürlich auch Labortests, bei denen Strapazierfähigkeit, Wasserdichtigkeit und die technische Leistungsfähigkeit der Materialien analysiert werden.“ 

Im Herbst und Winter wird das Ergebnis erstmals im Handel zu sehen sein. Henrik Andersson erläutert den Prozess.

„Wenn wir mit dieser Art von Projekten arbeiten, haben wir keine Deadline. Wir machen uns keinen Druck, um bis zu einer bestimmten Herbst- oder Frühjahrskollek­tion fertig zu sein. Wenn es das bestmögliche Produkt werden soll, dann dauert es eben so lange, wie es dauert.“ 

Was war beim Design wichtig?

„Funktion und Form sind keine Gegensätze. Wenn man von den notwendigen Funktionen eines Kleidungsstücks ausgeht und die ersten Skizzen macht, kommt der Rest wie von selbst. Bei der Jacke gibt es keine Zufälle: Alle Details sitzen genau dort, wo sie hingehören, von der Ventilation über die Taschen bis hin zur Kapuze“, erklärt Peter Lindblom. 

Die neue Kollektion besteht aus Jacke, Schlupfjacke und Hose, wobei alle als Herren- und Damenmodelle erhältlich sind. Darüber hinaus stehen ein längerer, leicht gefütterter Parka und eine hoch geschnittene Trägerhose zur Verfügung. Die Modelle lassen sich sowohl einzeln tragen als auch hervorragend    mit den übrigen Teilen der Keb-Familie kombinieren“, so Peter Lindblom.

„Die Shellhose ist beispielsweise so geschnitten, dass sie über eine Trekkinghose aus G-1000 gezogen werden kann und dann bei einem plötzlichen Wetterumschwung zuverlässig vor Nässe schützt. Die ausgefeilten Schnitte bieten eine optimale Passform – zwar figurnah, aber dennoch größzügig genug, um wärmende Schichten darunter zu tragen.

Es war eine große Herausforderung, die Jacke möglichst leicht zu gestalten und gleichzeitig ein Höchstmaß an Strapazierfähigkeit, Bewegungsfreiheit und Umweltfreundlichkeit zu gewährleisten.“

Jetzt sind die Keb Eco-Shell Jacket und die anderen Kleidungsstücke in den Läden zu haben, sie wurden auf Messen vorgestellt, und es gibt erste Reaktionen aus der Outdoor-Branche – unter anderem wurde der Anorak mit dem renommierten ISPO Award ausgezeichnet. Sind Peter und Henrik zufrieden?

„Ja, absolut. Es ist uns gelungen, vielseitige und funktionelle Kleidungsstücke zu kreieren, und die Reaktionen unserer Tester und der ersten Benutzer waren überaus positiv. Besonders freuen wir uns darüber, dass wir diesen Erfolg bei gleichzeitiger Minimierung der Umweltbelastung erreicht haben“, so Henrik Andersson.