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Zelt

An einem guten Zeltplatz sammelt sich kein Schnee

Für eine Wintertour benötigst du ein robustes Zelt, das für rauere Witterung geeignet ist und eine sehr gute Belüftung hat. Es muss stabil und geräumig sein und eine große Apsis haben, damit man seine Ausrüstung dort aufbewahren und benutzen kann, ohne dass Schnee ins Innenzelt gelangt. Vergiss nicht zu kontrollieren, ob das Zelt unbeschädigt ist und alle Sturmleinen befestigt sind, bevor du aufbrichst. Es kann praktisch sein, im Voraus die Sturmleinen und Bodenschlaufen mit 30 - 50 cm langen Seilen (ca. 4 mm Durchmesser) zu verlängern. Dadurch lässt sich das Zelt flexibler verankern. Vergewissere dich auch, ob du genügend Heringe hast, die für Schnee geeignet sind.

Wenn du dein Nachtlager aufschlagen möchtest, empfiehlt es sich, einen höher gelegenen Platz zu wählen, an dem sich nicht so viel Schnee ansammelt. Schlage dein Zelt nicht am Boden einer Schlucht, in einer Senke oder an einem anderen Platz auf, wo sich Schneewehen bilden können. Wenn du einen guten Platz gefunden hast, prüfst du mithilfe einer Sonde die Schneetiefe. Der Schnee muss tief genug sein, damit die Schneeheringe Halt finden (bei Verwendung anderer Ausrüstung siehe unten) und du in der Apsis eine Sitzgrube graben kannst. Eine praktische Vorgehensweise beim Aufschlagen des Zeltes ist zum Beispiel folgende:

• Ebne die Fläche, wo das Zelt stehen soll. Das geht besonders gut mit Skiern. Warte eine halbe Stunde, bis der gepackte Schnee gefroren ist und besser trägt.

• Baue auf der windzugewandten Seite 3 - 5 Meter vom Zelt entfernt eine V-förmige Windbarriere. Die V-Form bewirkt, dass der Wind seitlich am Zelt vorbeigeleitet wird.

• Verankere die windzugewandte Kurzseite des Zelts mit einer Sturmleine und 2 - 3 Bodenschlaufen.

• Entfalte das Zelt in Windrichtung und schiebe die Zeltbögen ein.

• Richte das Zelt auf, spanne es und verankere die andere Kurzseite, die im Windschatten liegt.

• Verankere alle Bodenschlaufen.

Ein Tunnelzelt muss also so in Windrichtung aufgebaut werden, dass die Öffnungen im Windschatten liegen (vom Wind weg oder im Windschatten der Schneemauer!). Selbsttragende Kuppelzelte werden so aufgestellt, dass die Öffnung im Windschatten liegt.

Auf der Zeltseite, die in Windrichtung zeigt, kannst du etwas Schnee auf den Zeltstoff legen um zu vermeiden, dass Schnee ins Zelt geweht wird. Vermeide jedoch, rundum Schnee auf den Zeltstoff zu legen, da sonst die Ventilation beeinträchtigt wird. Grabe das Zelt auf keinen Fall ein, denn das kann dazu führen, dass sich Schnee auf dem Zelt ansammelt und es schlimmstenfalls unter sich begräbt.

Sei sorgfältig bei der Absteifung

Das Wetter kann binnen weniger Stunden umschlagen. Deshalb ist die Absteifung des Zelts sehr wichtig. Neben Schneeheringen kannst du Holz und kleinere Zweige oder deine Stöcke (umgekehrt eingesteckt) verwenden. Die Skier eignen sich auch gut, denke aber daran, die Stahlkante nach innen zu drehen, so dass die Sturmleine nachts nicht daran scheuert. Eine andere Möglichkeit der Verankerung besteht darin, einen 15 - 20 Zentimeter tiefen Graben entlang der Zeltseite auszuheben, eine oder mehrere Sturmleinen am Ski zu befestigen und den Ski in den Graben zu legen, so dass dieser wie ein T-Anker wirkt. (Hier kommt die Seilverlängerung der Sturmleinen zum Einsatz.) Schaufele Schnee darauf, trete ihn fest und warte, bis er gefroren ist, dann kannst du die Sturmleinen spannen.

Wenn du weißt, dass du auf Eis oder hart gepacktem Schnee zelten wirst, empfiehlt es sich, Eisschrauben dabei zu haben, wie sie von Eiskletterern verwendet werden. Damit fixierst du die wichtigsten Leinen. Den Spaten verwendest du am besten nicht zur Verankerung, denn den brauchst du nachts vielleicht zum Schaufeln, wenn das Zelt eingeschneit wird.

Mach es dir gemütlich

Wenn das Zelt steht, hebst du in der Apsis vor der Öffnung des Innenzelts eine Grube aus, die ca. 40 - 50 cm tief ist, damit man bequem darin sitzen kann. Lass am Ende der Apsis am besten eine Ablage für den Rucksack und sonstige Ausrüstung stehen. Erst wenn dein Gepäck im Trockenen ist, solltest du deine wasserdichten Packsäcke hervorholen und ins Innenzelt legen.

Ordne die Sachen nach praktischen Gesichtspunkten an und so, dass es im Zelt gemütlich wird: Sorge beispielsweise dafür, dass die Trinkflasche gut erreichbar ist und die Warmwasserflasche mit heißem Wasser gefüllt ist, damit du die Wärme im Schlafsack verstärken kannst. Die Meinungen darüber, in welche Richtung man sich zum Schlafen hinlegt, gehen auseinander. Die einen ziehen es vor, mit den Füßen zum Ausgang hin zu schlafen, weil es dann leichter ist, ins Zelt hinein und aus dem Zelt hinaus zu gelangen, während andere es bequemer finden, mit dem Kopf zur Apsis hin zu schlafen. Prinzipiell sollten Kopf und Rumpf der Wärme wegen möglichst weit weg vom Wind liegen.

Vorsicht bei umschlagendem Wind!

Wenn du ein Tunnelzelt hast, musst du bereit sein, das Zelt zu verschieben, wenn nachts der Wind umschlägt! Starker Wind von der Seite kann bei einem Tunnelzelt dazu führen, dass die Bögen knicken. Wenn dies der Fall ist, kann auch der Zeltstoff leicht reißen.